Forschungsvereinigungen müssen für die Antragstellung im Rahmen der IGF autorisiert sein. Noch nicht autorisierte Forschungsvereinigungen können einen Antrag auf Autorisierung im Förderprogramm Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) stellen, wenn die Kriterien gemäß der Anlage Förderrichtline erfüllt sind.
Die Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) ist ein europaweit einzigartiges, themenoffenes und vorwettbewerbliches Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE), das kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) einen einfachen Zugang zu praxisorientierter Forschung ermöglicht.
Eine Kurzdarstellung veranschaulicht den Prozess von der Idee bis zur Veröffentlichung des Forschungsergebnisses.
Hier finden Sie eine Übersicht aller IGF-Forschungsvereinigungen.
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Mit den Mitteln der IGF werden im transnationalen Netzwerk CORNET auch Projekte gemeinsam mit internationalen Kooperationspartnern durchgeführt ...
Im Rahmen des IGF-Kongresses wurde das IGF-Projekt des Jahres 2025 gewählt. Unter 23 Einreichungen hat der Wissenschaftliche Rat der IGF drei Finalisten nominiert. Das Gewinner-Team wurde durch das Publikum gewählt.
Ein kleiner Ausschnitt der bisher rund 12000 geförderten Projekte bietet einen Einblick in die Vielfalt der Forschungsthemen.
Die Projektdatenbank der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) umfasst rund 12000 abgeschlossene und laufende IGF-Vorhaben seit dem Jahr 1995 und wird regelmäßig aktualisiert.
Hier finden Sie Veranstaltungen mit Bezug zu IGF-Forschungsvorhaben.
Die Projektdatenbank der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) umfasst rund 12000 abgeschlossene und laufende IGF-Vorhaben seit dem Jahr 1995 und wird regelmäßig aktualisiert.
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Therapieweste zur Sturzprophylaxe durch Steigerung der Tiefensensibilität (Propriozeption)
Laufzeit:01.04.2018 - 30.09.2020Hohenstein Institut für Textilinnovation gGmbH
Eberhard-Karls-Universität Tübingen Universitätsklinikum MEG Zentrum
Mit dem Sinn der Propriozeption werden Körperbewegung und -lage im Raum wahrgenommen. Sie ist entscheidend an allen Bewegungsabläufen und der Haltungsbalance beteiligt.
Propriozeption kann über spezielle Kleidung gesteigert werden. Bedarf für propriozeptive Funktionsbekleidung besteht in vielen Bereichen, wie Orthopädie (rehabilitierend), Seniorenkleidung (stabilitätstrainierend), Medizin (neuromotorisch stimulierend), Rückenleiden (haltungstrainierend), aber auch im Sport (leistungsunterstützend), beim Militär und im Bereich Berufskleidung kann sie hilfreich sein.
Ziel des Vorhabens ist es, Konstruktions- und Materialempfehlungen für die Herstellung einer propriozeptiv wirksamen Therapieweste zu entwickeln, die zur Sturzprophylaxe z.B. bei Senioren und Osteoporose-Patienten eingesetzt werden soll. Hierzu wird ein textiler Demonstrator erstellt, an dem die Funktionsstrukturen: punktuelle Druckelemente, Gewichte und Versteifungselemente, variabel angebracht werden können. Durch den richtigen Einsatz der Funktionsstrukturen sollen die Propriozeptoren im Körper gezielt stimuliert werden, wodurch die Propriozeption positiv beeinflusst wird. Die richtige Platzierung, sowie optimale Schwere/Stärke der Funktionsstrukturen werden in Korrelation zu Körpergewicht, -größe und -form von Probanden untersucht. Um die Wirksamkeit der propriozeptiven Weste nachzuweisen, werden verschiedene Methoden genutzt - Analyse von Koordination und Haltungsbalance, Erfassung elektro- bzw. neurophysiologischer Parameter (EMG, MEG) und Feldstudien - mit deren Hilfe eine wissenschaftlich fundierte Datenmatrix entsteht. Mit Firmen des PA wird die Umsetzbarkeit der Konstruktionsvorschläge diskutiert. Mit dem im Projekt erarbeiteten Know-How ist letztendlich eine rasche industrielle Umsetzung möglich. Nutzen aus den Projektergebnissen haben KMU verschiedener Wirtschaftszweige, hauptsächlich Hersteller orthopädischer Therapiehilfen (ca. 16 KMU) und Hersteller von Seniorenkleidung (20 KMU).
Anknüpfend an am Markt erhältliche Therapiewesten zur Haltungsstabilisation wurde eine Therapieweste zur Sturzprophylaxe entwickelt und Verbesserungen der Geschicklichkeit, Koordination und der Körperbalance zunächst an jungen Probanden getestet. Begleitend wurde zudem wurde die Körperverträglichkeit und die Waschbarkeit der Weste geprüft und optimiert. Aufgrund der Verhaltensuntersuchungen und der zentral- und peripherphysiologischen Messungen wurde allerdings deutlich, dass eine intakte propriozeptive, vestibuläre und visuelle Wahrnehmung zentral für die Aufrechterhaltung der Körperbalance ist, dass jedoch ebenfalls eine schnelle und adäquate motorische Steuerung darüber hinaus garantiert sein muss, um Stürze bei älteren Menschen zu vermeiden. Es wird daher angeregt, die Weste weiterzuentwickeln, und sie mit weiteren Kleidungsstücken und Hilfsmitteln, wie zum Beispiel Einlegesohlen, zu kombinieren, um den Probanden zusätzliche Rückmeldungen über die Körperbalance zu geben. Weiterhin, wird vorgeschlagen, die passive Rückmeldung der Körperbalance durch die Therapieweste durch aktive Komponenten, die in die Weste integriert werden, zu ergänzen. Aktive Sensoren in der Weste könnten die Stellung des Körpers im Raum erfassen und den Trägern/Trägerinnen der Weste zusätzliche Informationen über Haltungsstabilität geben. Wie oben mehrfach ausgeführt, ließe sich das Training mit der Therapieweste sicherer machen und in seiner Wirkung verbessern, wenn die Weste in ein sensomotorisches Training integriert würde, bei dem sowohl die Körperwahrnehmung als auch die motorischen Fähigkeiten verbessert würden.