Forschungsvereinigungen müssen für die Antragstellung im Rahmen der IGF autorisiert sein. Noch nicht autorisierte Forschungsvereinigungen können einen Antrag auf Autorisierung im Förderprogramm Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) stellen, wenn die Kriterien gemäß der Anlage Förderrichtline erfüllt sind.
Die Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) ist ein europaweit einzigartiges, themenoffenes und vorwettbewerbliches Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE), das kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) einen einfachen Zugang zu praxisorientierter Forschung ermöglicht.
Eine Kurzdarstellung veranschaulicht den Prozess von der Idee bis zur Veröffentlichung des Forschungsergebnisses.
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Mit den Mitteln der IGF werden im transnationalen Netzwerk CORNET auch Projekte gemeinsam mit internationalen Kooperationspartnern durchgeführt ...
Im Rahmen des IGF-Kongresses wurde das IGF-Projekt des Jahres 2025 gewählt. Unter 23 Einreichungen hat der Wissenschaftliche Rat der IGF drei Finalisten nominiert. Das Gewinner-Team wurde durch das Publikum gewählt.
Ein kleiner Ausschnitt der bisher rund 12000 geförderten Projekte bietet einen Einblick in die Vielfalt der Forschungsthemen.
Die Projektdatenbank der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) umfasst rund 12000 abgeschlossene und laufende IGF-Vorhaben seit dem Jahr 1995 und wird regelmäßig aktualisiert.
Hier finden Sie Veranstaltungen mit Bezug zu IGF-Forschungsvorhaben.
Die Projektdatenbank der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) umfasst rund 12000 abgeschlossene und laufende IGF-Vorhaben seit dem Jahr 1995 und wird regelmäßig aktualisiert.
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Bestimmung rassespezifischer genetischer Marker in kommerziellen Rohhäuten und deren Korrelation zu den physikalischen Eigenschaften von Leder
Laufzeit:01.03.2017 - 31.12.2019FILK Freiberg Institute gGmbH
Hochschule Mittweida University of Applied Sciences Bioinformatik Gruppe Mittweida
Grundidee des beantragten Projektes ist die Untersuchung der Korrelation zwischen rassespezifischen genetischen Markern in Rinderrohhäuten und der Qualität des Leders. Es werden nur Rohhäute gleichen Geschlechts und Alters ausgewählt, die anschließend gleich behandelt und derselben Gerbung unterzogen werden, damit der Einfluss von Alter, Geschlecht und Gerbung auf die Lederqualität minimiert wird. Die Eigenschaften der hergestellten Leder werden gemessen und mit den rassespezifischen genetischen Markern korreliert.
Es soll ein molekularbiologischer Test etabliert werden, mit dem es möglich wird, nur durch die Messung der genetischen Marker an einer unbekannten Rohhaut auf die voraussichtlichen Eigenschaften des fertigen Leders zu schließen. Gleichzeitig soll ein Datenpool geschaffen werden, mit dessen Hilfe gezielte Aussagen zur Lederqualität in Abhängigkeit der genetischen Marker gemacht werden können. Dadurch können die Produkteigenschaften des Leders und damit die Lederqualität bereits vor der Gerbung durch die Auswahl geeigneter Rohware eingestellt werden.
Wichtigstes Ziel des Projektes ist die Erbringung eines wissenschaftlichen Nachweises zur Korrelation der Lederqualität mit bestimmten genetischen Markern der Rohhaut. Es soll gezeigt werden, dass bestimmte Kombinationen von Mikrosatelliten in einer Standardgerbung bestimmte Eigenschaften bedingen.
Der aufgebaute Datenpool innerhalb des beantragten Forschungsprojektes kann unmittelbar nach Projektende von allen Gerbereien genutzt werden. Dieser Datenpool als wissenschaftliche Studie bringt Gerbereien einen bedeutenden Wettbewerbsvorteil ein. Gerbereien können zukünftig auf den im beantragten Projekt aufgestellten Datenpool über den Zusammenhang zwischen genetischen Markern der Rohware und den zukünftigen Ledereigenschaften zurückgreifen. Mit der richtigen Rohware und der geeigneten Gerbung sind mithilfe der Projektergebnisse die Eigenschaften des hergestellten Leders bereits vor der Gerbung voraussagbar.
Im Forschungsprojekt wurde ein umfangreicher Datenpool aufgebaut, in dem 260 Crusts mit ihren rassespezifischen Mikrosatelliten (gemessen an der Rohhaut), mit ihren Zugfestigkeiten, ihren Höchstdehnungen und ihren gemessenen Stichausreißkräften enthalten sind. Dabei wurden 60 dieser Crusts am FILK und jeweils 100 in zwei unterschiedlichen Gerbereien hergestellt. Es wurde eine wissenschaftliche Studie zur Korrelation der physikalischen Parameter mit den rassespezifischen genetischen Markern aufgesetzt, da laut Literatur und der subjektiven Meinung vieler Gerber Süddeutsche Rohware der Norddeutschen überlegen ist. Dies konnte nicht wissenschaftlich belegt werden. Zusammenfassend zeigen Crusts von süddeutschen Rassen wie Fleckvieh und Braunvieh keine signifikant höheren oder niedrigeren Zugfestigkeiten, Höchstdehnungen oder Stichausreißkräfte. Dies wurde sowohl mit den 60 FILK-Crusts mit vorhandenem Rassepass gezeigt als auch mit dem in der Probenanzahl höher liegenden Crustpool aller Gerbereien und FILK-Proben zusammen. Werden alle Rassen im Vergleich betrachtet, wird deutlich erkennbar, dass die gemessenen physikalischen Eigenschaften der Crusts kaum von der Rinderrasse abhängen.
Dadurch kann kein molekularbiologischer Test schon vor der Lederherstellung etabliert werden, mit dem eine Poolbildung zur besseren Einstellung der Produkteigenschaften möglich wäre. Für KMUs ergibt sich aber die Möglichkeit, neben den teuren süddeutschen Rohhäuten auch andere Rohhäute einzukaufen, da die erzielten Crusteigenschaften nicht von der sichtbaren Rinderrasse abhängen. Es muss darauf hingewiesen werden, dass wirtschaftliche Gesichtspunkte wie Abfälligkeit und Losnarbigkeit im Projekt nicht beurteilt wurden. Eine Vorsortierung der Rohhäute nach äußeren Gesichtspunkten wie der Rasse ist aber nur bedingt sinnvoll.