Über die IGF

Forschungsvereinigungen müssen für die Antragstellung im Rahmen der IGF autorisiert sein. Noch nicht autorisierte Forschungsvereinigungen können einen Antrag auf Autorisierung im Förderprogramm Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) stellen, wenn die Kriterien gemäß der Anlage Förderrichtline erfüllt sind.

Die Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) ist ein europaweit einzigartiges, themenoffenes und vorwettbewerbliches Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE), das kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) einen einfachen Zugang zu praxisorientierter Forschung ermöglicht.

Eine Kurzdarstellung veranschaulicht den Prozess von der Idee bis zur Veröffentlichung des Forschungsergebnisses.

Hier finden Sie eine Übersicht aller IGF-Forschungsvereinigungen.

IGF bewegt: Erhalten Sie in Bild und Ton Einblicke in die IGF.

Mit den Mitteln der IGF werden im transnationalen Netzwerk CORNET auch Projekte gemeinsam mit internationalen Kooperationspartnern durchgeführt ...

Geförderte Projekte

Im Rahmen des IGF-Kongresses wurde das IGF-Projekt des Jahres 2025 gewählt. Unter 23 Einreichungen hat der Wissenschaftliche Rat der IGF drei Finalisten nominiert. Das Gewinner-Team wurde durch das Publikum gewählt.

Ein kleiner Ausschnitt der bisher rund 12000 geförderten Projekte bietet einen Einblick in die Vielfalt der Forschungsthemen.

Die Projektdatenbank der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) umfasst rund 12000 abgeschlossene und laufende IGF-Vorhaben seit dem Jahr 1995 und wird regelmäßig aktualisiert.

Service

Hier finden Sie Veranstaltungen mit Bezug zu IGF-Forschungsvorhaben.

FAQ

Guter Kaffee ist eine Wissenschaft: Wie die Partikelgrößenverteilung das Espresso-Aroma beeinflusst

Infobox Kaffee

Kaffee ist in Deutschland das unangefochtene Lieblingsgetränk: Im Schnitt greift jede Person hierzulande täglich zu fast vier Tassen. Diese enorme Nachfrage macht den Kaffeemarkt zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor und rückt die Frage nach perfekter Zubereitung in den Mittelpunkt. Besonders bei Spezialitäten wie Espresso, der wiederum die Grundlage für Cappuccino oder Latte Macchiato bildet.

Die Qualität eines Espressos hängt entscheidend vom Mahlgut ab. Zwar bestimmen Röstung und Bohnenmischung den Charakter des Kaffees, doch die Verteilung der Partikelgrößen ist ebenso ausschlaggebend. Sie beeinflusst die Extraktionsfläche für Aromen und Inhaltsstoffe und steuert zugleich, wie Druck und Wasserfluss im verdichteten Kaffeepulver – dem sogenannten Puck – zusammenspielen.

In einem aktuellen IGF-Forschungsprojekt, koordiniert vom Forschungskreis der Ernährungsindustrie (FEI), wurde nun – anknüpfend an das 2022 erfolgreich abgeschlossene IGF-Projekt 20748 N – ein mechanistisches Modell weiterentwickelt. Während es im ersten Projekt darum ging, die Extraktion unter Variation von Temperatur und Durchflussraten vorherzusagen, widmet sich das aktuelle Vorhaben dem Einfluss der Partikelgrößenverteilung, um damit eine wissenschaftlich fundierte Optimierung der Produktqualität zu ermöglichen. 

Eine zentrale Hypothese lautet, dass auch geringe Unterschiede im Anteil feiner vs. grober Partikel messbare Auswirkungen auf die Extraktion haben und sich im sensorischen Profil bemerkbar machen können.

Kaffeetasse, Espressokanne und Zeitung

Zusammenarbeit und Methodik dreier Forschungsgruppen der Technischen Universität München bündeln Expertise:

Experimenteller Aufbau 

Kaffeebohnen werden nach Standardverfahren geröstet, gemahlen und unter konstanten Bedingungen extrahiert. Durch gezielte Variation von Mahlgrad und Partikelmischungen werden Auswirkungen auf Druckverlauf, Durchflussrate, Extraktionskinetik und sensorische Wahrnehmung untersucht. Besonderes Augenmerk gilt der zeitlichen Entwicklung des Kaffeepucks während der Extraktion.

Bildgebende und chemische Analysen 

Mikro-CT-Aufnahmen veranschaulichen die Bewegungen feiner Partikel, Veränderungen der Porenstrukturen und das Entstehen von Sperrschichten, die den Wasserfluss beeinflussen. Die Ergebnisse fließen in ein erweitertes Stofftransportmodell ein, das die Partikelgrößenverteilung berücksichtigt und präzisere Vorhersagen zu Aroma- und Feinpartikelgehalt ermöglicht.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt darin, wichtige Inhaltsstoffe des Kaffees wie Koffein oder bestimmte Säuren genau zu messen. Dafür werden moderne Analyseverfahren eingesetzt, die sehr präzise Ergebnisse liefern. Außerdem wird untersucht, wie diese Stoffe mit den beim Rösten entstehenden Farbstoffen (Melanoidine) zusammenwirken. Solche Verbindungen können den Geschmack verändern – zum Beispiel die Bitterkeit abmildern oder die Säure stärker hervorheben. Zusätzlich wird geprüft, wie viele winzige Partikel im Getränk enthalten sind, da sie die Konsistenz und den Geschmack ebenfalls beeinflussen.

Ausblick und Nutzen 

Das IGF-Projekt schafft eine solide wissenschaftliche Basis für praxisorientierte Verbesserungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette:

  • Röstereien können ihre Mahlprozesse präziser steuern,
  • Maschinenhersteller gewinnen fundierte Erkenntnisse, um Extraktionssysteme optimal aufeinander abzustimmen und
  • Baristas erhalten verlässliche Orientierung, um trotz schwankender Rohstoffe eine gleichbleibende Qualität zu gewährleisten.

Am Ende profitieren vor allem die Kaffeegenießenden von Espresso von einer konstant hohen sensorischen Qualität.

Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert (Förderkennzeichen: 01IF23155N).